NUCLEI 1 bis 8

summa summarum



Veranstaltungsort:

Uraufführung:

Muffathalle

Weitere Vorstellungen:
Muffathalle


NUCLEI 1 bis 8

NUCLEI 1 bis 8

summa summarum
Opera Abstract / Lied II / M.eta-M.orph-O.P.-er / FORT:DA / making of / memory / Wurzel / ἐδιζησ[Ά]μην ἐμε[Ω]υτόν

summa summarum

acht Kernsätze im musiktheatralen Vorfeld von Michael Emanuel Bauer, Minas Borboudakis, Nikolaus Brass, Manuela Kerer, Thomas MeadowcroftStefan Schulzki, Eva Sindichakis und Alexander Strauch 

Nucleus – die Frage nach dem Kern: was ist der Kern einer Oper, eines zeitgenössischen Stücks

Musiktheater, einer einzelnen, individuellen Komposition? Oder ist es die Frage nach dem Kern von Oper überhaupt, von Musiktheater heute: was macht das Medium aus? Auf was lässt es sich reduzieren, dass wir immer noch denken: es ist Musiktheater! Das wäre die Frage nach der Form. Und was ist ein Kern: Anfang, Neubeginn – schlummernde Möglichkeit, die unter günstigen Bedingungen aufkeimen, sich entwickeln und entfalten kann? Oder Ende eines Prozesses, Quintessenz sozusagen und winziges Endprodukt der Reifung mit der Potenz zur Erneuerung?

… vor Jahren sah ich einen Laib Brot (und kaufte ihn), davor ein Schild im Laden zur Klassifizierung: „Essener Brot mit 7 lebenden Getreiden“. Lebend? Keimfähig! Auch nach dem Backen, nach dem Essen …?

Ist der Kern das Ganze, verdichtet und komprimiert, oder ist es der Ansatz, die Keimzelle? Acht Komponisten und Komponistinnen haben sich der hoch komplexen Frage gestellt, ihre Antworten sind knapp, kompakt, provozierend kurz – eine Sache von Minuten, Sekunden. Michael Emanuel Bauer, Minas Borboudakis, Nikolaus Brass, Manuela Kerer, Thomas Meadowcroft, Stefan Schulzki, Eva Sindichakis und Alexander Strauch gehen künstlerisch ganz unterschiedliche Wege. Sie differieren in ihrer musikalischen Sprache, ihrer Vorstellung von Theater, ihren Konzepten. Das Resultat: acht Einwürfe vor den abendfüllenden Produktionen der Biennale … acht Kernsätze im musiktheatralen Vorfeld.

 

Komponisten

Michael Emanuel Bauer, Minas Borboudakis, Nikolaus Brass, Manuela Kerer, Thomas Meadowcroft, Stefan Schulzki, Eva Sindichakis, Alexander Strauch

Bild des Komponisten: Michael Emanuel Bauer

Michael Emanuel Bauer

Michael Emanuel Bauer, 1974 in Roding geboren, studierte Musikwissenschaft und Geschichte in München. Er besuchte Kompositionskurse bei Karlheinz Stockhausen, Dieter Schnebel und Bernhard Lang und nahm an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Fassbinder-Komponisten Peer Raben. Bauer ist Träger des Leonhard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreises für Musik der Landeshauptstadt München. Er arbeitete u.a. am Staatstheater Stuttgart, am Residenztheater München, am Staatsschauspiel Dresden, am Deutschen Theater Berlin und auf den Wiener Festwochen. An der Neuköllner Oper Berlin wurden die Musiktheater Brachland. Geschichten vom Nichts und bei drücken senden uraufgeführt. Derzeit promoviert er über die Filmmusik von Peer Raben. 

Bild des Komponisten: Minas Borboudakis

Minas Borboudakis

Minas Borboudakis, 1974 in Heraklion/Kreta geboren, studierte Klavier bei Georgios Kaloutsis, Olaf Dressler, Urszula Mitrenga-Wagner Komposition bei Wilfried Hiller, Peter Michael Hamel und  besuchte Meisterklassen von Luciano Berio, George Crumb, Wolfgang Rihm. Er erhielt u.a. ein Stipendium an die Cité Internationale des Arts Paris und den Preis der Christoph und Stephan Kaske-Stiftung. Zu den Interpreten seiner Werke gehören das Symphonieorchester und das Rundfunkorchester des BR, das RSO Stuttgart und Saarbrücken des SWR, das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, das Tonhalle Orchester Zürich sowie das Ensemble Modern, die Kremerata Baltica und das Münchener Kammerorchester. 2007 wurde sein erstes Bühnenwerk liebe. nur liebe bei den Münchner Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper unter Kent Nagano uraufgeführt.

Bild des Komponisten: Nikolaus Brass

Nikolaus Brass

Nikolaus Brass, 1949 in Lindau geboren, Medizinstudium,  Arzt, später Redakteur in einem medizinischen Fach-Verlag. Kompositorische Studien bei Peter Kiesewetter, Helmut Lachenmann, wichtiger Einfluss durch Morton Feldman. Denken und Komponieren beschäftigt sich mit der singularen Qualität des Klangereignisses und der Organisation des Klingenden als eines organischen Wachstums- und Absterbeprozesses. In letzter Zeit vermehrte Auseinandersetzung mit reiner Stimmung. Kammermusik, Orchesterwerke, Chorwerke. CD-Produktionen bei col legno und NEOS. Rundfunkbeiträge (u. a. über Henri Dutilleux und Alan Pettersson). Aufführungen u. a. in Donaueschingen, Amsterdam (Gaudeamus), Berlin (Ultraschall), Stuttgart (eclat), Witten, Hamburg (Klangwerktage), München (musica viva). 2009 Musikpreis der Stadt München.

Bild des Komponisten: Manuela Kerer

Manuela Kerer

 

Manuela Kerer, 1980 in Südtirol geboren – Komponistin, Psychologin und Juristin – staunt gern und ist ständig auf der Suche nach neuen Klängen, Überraschungen und Herausforderungen. Sie interessiert sich für völlig konträre Bereiche und beschäftigt sich dabei letztlich immer mit dem Selben – der Musik. So schloss sie die Studien der Komposition und IGP Violine, der Rechtswissenschaften und der Psychologie an der Universität Innsbruck ab. Weiterführende Kompositionsstudien führten sie zu Alessandro Solbiati nach Mailand. Derzeit arbeitet sie an einer Dissertation über Musik und Demenz im Fach Psychologie und an einer Dissertation über die Entwicklung der Rechte von Komponistinnen und Komponisten im Fach Jura. Manuela Kerer wurde 2009 vom Ausschuss der Europaregionen als eines von europaweit 100 „young creative talents“ ausgewählt. In den letzten Jahren erhielt sie u.a. das „Höchstbegabtenstipendium“ des Rotary Club Innsbruck (2007), das Österreichische Staatsstipendium für Komposition (2008 und 2011), den „Walther von der Vogelweide-Preis“ 2009, den SKE Publicity Preis 2011 und den Emil-Berlanda Preis 2011. Werke von Manuela Kerer entstanden für Ensembles wie das „Solistenensemble Kaleidoskop Berlin“, „die reihe“, „Bayerische Kammerphilharmonie“, „ascolta“ und Ausnahmekünstler wie Julius Berger, Bojidara Kouzmanova oder Alfonso Alberti. Ihre Stücke wurden auf zahlreichen CDs eingespielt, eine Porträt-CD erschien im Rahmen der ORF Edition „Zeitton“. Bei der Münchener Biennale 2012 war sie eine der Komponist_innen von „Nucleus“, ihr jüngstes Musiktheaterstück „Dem Weggehen zugewandt“ wurde 2013 auf Kampnagel in Hamburg (Premiere), im Radialsystem Berlin und in Hellerau Dresden aufgeführt.

Bild des Komponisten: Thomas Meadowcroft

Thomas Meadowcroft

Thomas Meadowcroft, 1972 in Canberra/Australien geboren, wuchs in Toowoomba/Queensland auf. Er studierte Komposition in den USA bei Brian Ferneyhough und George Crumb. 1998 zog er nach Berlin, wo er als freischaffender Komponist und Musiker arbeitet. Er war Stipendiat der Villa Aurora in Los Angeles, der Cité Internationale des Arts Paris und Artist-in-Residence im Peggy Glanville-Hicks Composers House Sydney/Australien. Seit 2006 arbeitet er mit der Münchner Theatergruppe Hunger&Seide zusammen. 2009 hat er Streicharrangements für die deutsche Indieband Tocotronic geschrieben. Als Organist trat er beim Holland Festival und Maerzmusik Berlin auf, seine Kompositionen wurden bei verschiedenen Europäischen Musikfestivals aufgeführt, u.a. bei Ultima (Oslo), Wiener Festwochen, Présences (Paris, Radio France).

Bild des Komponisten: Stefan Schulzki

Stefan Schulzki

Stefan Schulzki, 1970 in Augsburg geboren, studierte Komposition bei Adriana Hölszky und Ulrich Leyendecker sowie Klavier bei Hans Thürwächter und Christoph Back. Zudem absolvierte er den Studiengang Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2001 ist er freischaffend als Komponist tätig. Sein Werkverzeichnis umfasst derzeit unter anderem Musik zu mehr als 70 Filmen. Seit 2008 ist er Lehrbeauftragter für Musiktheorie am Leopold- Mozart-Zentrum in Augsburg sowie Gründungsmitglied und Pianist der Komponistenverschwörung, einer Gruppe von Komponisten, die in ihren Konzerten zugleich als Interpreten ihrer Werke auftreten. 2009 erhielt er das Musikstipendium der Landeshauptstadt München sowie 2011 den Preis für die beste Filmmusik beim Kinofest Lünen.

Bild des Komponisten: Eva Sindichakis

Eva Sindichakis

Eva Sindichakis, 1975 in München geboren, machte parallel zu ihrem Klavier- und Kammermusikstudium bei Gernot Sieber am Richard-Strauss-Konservatorium München, den Magister in Musikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Neogräzistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Anschluss studierte sie Komposition bei Wilfried Hiller und Musikjournalismus an der Musikhochschule in München. 2006 erhielt sie das Stipendium des Freistaates Bayern für das internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Seit 2008 ist sie stv. Vorsitzende des Bayerischen Komponistenverbandes. 2009 gewann sie den Publikumspreis der ION Nürnberg, 2010 erhielt sie ein Musikstipendium der Landeshauptstadt München. Die pbb Stiftung Deutsche Pfandbriefbank fördert derzeit die Komponistin mit einem Arbeitstipendium. 

Bild des Komponisten: Alexander Strauch

Alexander Strauch

Alexander Strauch, 1971 in München geboren, lernte in München und Frankfurt/M bei Hans-Jürgen von Bose, Hans Zender und Isabel Mundry. An Stipendien erhielt er u.a. Internationales Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg, Cité Internationale des Arts Paris. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Musiktheater: Eröffnung des Münchener Akademietheaters (Prinzregententheater) 1996 mit Narrow Rooms nach James Purdy. Zuletzt sah man von ihm K.o.per auf Max Schmeling und Joe Louis (2005, i-camp München) sowie UT.op-er nach Thomas Morus' Utopia (2009, Semperoper Dresden). Neben seinem Nucleus-Beitrag ist er mit Neda – der Ruf/die Stimme / Persische Trilogie 2 auf der Münchener Biennale 2012 dabei (UA 13./14./15.5.2012 i-camp München).

Informationen

Besetzung & Credits

Besetzung


Regie: Birgitta Trommler

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