NUCLEUS 2

Lied II


Kurzinformationen:

Musik: Stefan Schulzki

Zur Besetzung

Veranstaltungsort:

Uraufführung:

Muffatwerk/Ampere


NUCLEUS 2

NUCLEUS 2

Lied II
für Sopran und Live-Elektronik

Der für Lied II erdachte und darin vertonte Text stellt eine alles relativierende Aussage an den Anfang und besteht im weiteren Verlauf aus nur wenigen Stichworten, die auf den Punkt bringen sollen, was in unserem Leben tatsächlich von Bedeutung ist – gewissermaßen die Kernaspekte, die „Nuclei“ des menschlichen Daseins (und somit prinzipiell auch alles, was im Musiktheater eine Rolle spielen könnte): Liebe, Tod, Sex, Verfall, das Böse ... in mir, Seele, Gott. Phänomene und Vorstellungen also, die uns Menschen beschäftigen, die wir gerne verstehen, auch beherrschen und lenken würden – sich aber letztlich unserer vollständigen Kontrolle entziehen.

Der Text an sich beansprucht keinen literarischen Wert, er entbehrt jeglicher poetischer Ausgestaltung und lebt daher ganz von seiner Vertonung, in der die eingenommenen Positionen, die zueinander oft im größten Gegensatz stehen, erst sichtbar oder vielmehr hörbar werden — niemand sollte sich seines eigenen Standpunktes allzu sicher sein: Everything is true – at least a bit.

Nucleus – die Frage nach dem Kern: was ist der Kern einer Oper, eines zeitgenössischen Stücks

Musiktheater, einer einzelnen, individuellen Komposition? Oder ist es die Frage nach dem Kern von Oper überhaupt, von Musiktheater heute: was macht das Medium aus? Auf was lässt es sich reduzieren, dass wir immer noch denken: es ist Musiktheater! Das wäre die Frage nach der Form.Und was ist ein Kern: Anfang, Neubeginn – schlummernde Möglichkeit, die unter günstigen Bedingungen aufkeimen, sich entwickeln und entfalten kann? Oder Ende eines Prozesses, Quintessenz sozusagen und winziges Endprodukt der Reifung mit der Potenz zur Erneuerung?

… vor Jahren sah ich einen Laib Brot (und kaufte ihn), davor ein Schild im Laden zur Klassifizierung: „Essener Brot mit 7 lebenden Getreiden“. Lebend? Keimfähig! Auch nach dem Backen, nach dem Essen …?

Ist der Kern das Ganze, verdichtet und komprimiert, oder ist es der Ansatz, die Keimzelle? Acht Komponisten und Komponistinnen haben sich der hoch komplexen Frage gestellt, ihre Antworten sind knapp, kompakt, provozierend kurz – eine Sache von Minuten, Sekunden. Michael Emanuel Bauer, Minas Borboudakis, Nikolaus Brass, Manuela Kerer, Thomas Meadowcroft, Stefan Schulzki, Eva Sindichakis und Alexander Strauch gehen künstlerisch ganz unterschiedliche Wege. Sie differieren in ihrer musikalischen Sprache, ihrer Vorstellung von Theater, ihren Konzepten. Das Resultat: acht Einwürfe vor den abendfüllenden Produktionen der Biennale … acht Kernsätze im musiktheatralen Vorfeld.

Komponist

Stefan Schulzki

Bild des Komponisten: Stefan Schulzki

Stefan Schulzki

Stefan Schulzki, 1970 in Augsburg geboren, studierte Komposition bei Adriana Hölszky und Ulrich Leyendecker sowie Klavier bei Hans Thürwächter und Christoph Back. Zudem absolvierte er den Studiengang Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2001 ist er freischaffend als Komponist tätig. Sein Werkverzeichnis umfasst derzeit unter anderem Musik zu mehr als 70 Filmen. Seit 2008 ist er Lehrbeauftragter für Musiktheorie am Leopold- Mozart-Zentrum in Augsburg sowie Gründungsmitglied und Pianist der Komponistenverschwörung, einer Gruppe von Komponisten, die in ihren Konzerten zugleich als Interpreten ihrer Werke auftreten. 2009 erhielt er das Musikstipendium der Landeshauptstadt München sowie 2011 den Preis für die beste Filmmusik beim Kinofest Lünen.

Informationen

Besetzung & Credits

Besetzung


Konzept und Komposition: Stefan Schulzki
Stimme: Beatrice Ottmann

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