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Hans Werner Henze zum 80. Geburtstag

Sonderkonzert der musica viva und der Münchener Biennale


Brief informations:

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sopran: Michaela Kaune
Tenor: Stuart Skelton
Dirigent: Peter Ruzicka

Complete cast

Venue:

World premiere:

Herkulessaal der Residenz


Hans Werner Henze zum 80. Geburtstag

Hans Werner Henze zum 80. Geburtstag

Sonderkonzert der musica viva und der Münchener Biennale

Hans Werner Henze (* 1926)

Antifone

für 11 Solostreicher, Bläser und Schlagzeug (1960)

Nachtstücke und Arien - nach Gedichten von Ingeborg Bachmann
für Sopran und großes Orchester (1957)

Fraternité
Air pour l’orchestre (1999)

Duett aus der Oper König Hirsch
für Sopran, Tenor und Orchester
Uraufführung

Appassionatamente
per grande orchestra (1993/94)


Es gibt wenigstens drei besondere Gründe, Hans Werner Henze und seinen Werken bei dieser Münchener Biennale einen besonderen Platz einzuräumen. Die Biennale findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt, und sie gehört zu seinen Werken. Henze ergriff 1986 die Initiative zu einem Festival für neues Musiktheater, er fand unter den politisch Verantwortlichen der Landeshauptstadt München nicht nur Resonanz und gute Worte, sondern tatkräftige Unterstützung und die Bereitschaft, eine solche Aktivität auch finanziell zu tragen und ihr Kontinuität zu sichern. Bereits 1988 konnte die erste Biennale als Festival der Uraufführungen stattfinden. Die Münchener Biennale selbst ist also der erste besondere Grund für eine Hommage an Hans Werner Henze.

Der zweite hängt damit eng zusammen. Unter den Komponisten, die ihre Laufbahn im Nachkriegsdeutschland begannen, war Henze einer der wenigen, die dem Musiktheater Zukunft gaben und es für ein wichtiges Medium hielten. Die Felder der avantgardistischen Experimente und Auseinandersetzungen lagen außerhalb der Oper, die in radikalen Äußerungen sogar unter verbalen Beschuss genommen wurde. Ein Teil des Unbehagens in der Kultur, das Henze 1953 Deutschland den Rücken kehren und Wohnsitz in Italien nehmen ließ, rührt sicher auch von einer Verbohrtheit der „Fortschrittlichen“, nicht nur von der Zählebigkeit des Muffigen, Verlogenen, Reaktionären her.

In den achtziger Jahren hatte sich die Situation längst gewandelt. Das Theater um und mit Musik hatte die Opernbühnen wieder entdeckt. Dennoch blieb – gerade bei Henze – das Bewusstsein, wie brüchig die kritische Kontinuität im Bereich der Oper sich darstellte: ein Grund dafür, ein Forum des Experiments, der Erprobung und des Disputs für junge Komponisten zu schaffen, und zwar von vornherein unter internationalem Horizont.

Der dritte Grund: Hans Werner Henze wird am 1. Juli achtzig Jahre alt. Derzeit arbeitet er an einer Oper. Sie wird Tendenzen seines Spätstils noch einmal bündeln. Henze war nie ein Künstler der spezialisierenden Verengung. Er äußerte sich in allen Genres, welche die Überlieferung biete, einschließlich der Filmmusik. In den „angewandten“ Gattungen ist er kein anderer als in den so genannten „autonomen“.

Die Veranstaltungen im Rahmen der Münchener Biennale legen den Schwerpunkt auf sein Instrumentalwerk. Das Konzert der musica viva, das Peter Ruzicka, in den siebziger Jahren Schüler, seit 1996 Nachfolger Henzes als Künstlerischer Leiter der Münchener Biennale, zu Ehren Henzes selbst dirigiert, zieht Verbindungen zum Vokal- und Opernschaffen, schlägt zudem Brücken zwischen den verschiedenen Schaffensepochen Henzes. Das Duett aus der Oper König Hirsch, das bisher bei allen Aufführungen dieses Hauptwerks den Kürzungen zum Opfer fiel, gab Henze speziell für dieses Konzert zur Uraufführung frei. Die musica viva, damals noch unter Leitung ihres Initiators Karl Amadeus Hartmann, war es, die Henze und München zusammenbrachte. Seine Werke wurden in dieser Reihe des Öfteren gespielt.

Das Gesprächskonzert in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ist Henzes Spätstil gewidmet und schlägt von dort den Bogen auf die frühen Werke wie die Kammersonate, die erste Komposition Henzes, die öffentlich aufgeführt wurde.

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Cast & credits

Cast


Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sopran: Michaela Kaune
Tenor: Stuart Skelton
Dirigent: Peter Ruzicka

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