Komponist

Vladimir Tarnopolski

Vladimir Tarnopolski

Vladimir Tarnopolski wurde 1955 in Dniepropetrovsk geboren. Er studierte Komposition am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium bei Nikolai Sidelnikov und Edison Denisov; und Musiktheorie bei Yuri Kholopov. Sein Werk für die Abschlussprüfung am Konservatorium war ein Cellokonzert (1988), das von Gennady Rozhdestvensky für eine Serie von Konzertprogrammen mit dem Titel: „Aus der Geschichte der Sowjetischen Musik“ ausgewählt wurde.

Tarnopolski ist häufiger Gast auf zahlreichen westlichen Musikfestivals wie den World Music Days der ISCM, den Berliner Festwochen, der Münchener Biennale, Wien Modern, dem Holland Festival, dem Frankfurter Musikfest, dem Almeida Festival, dem Huddersfield Contemporary Music Festival, der Hommage aux Russes Paris, dem Schleswig-Holstein Musikfest, den Tagen für Neue Musik Zürich, Make Music Together in Boston (USA), dem San Diego Arts Festival, Aktive Musik Dortmund, den Recontres Musicales d’Evian, dem Warschauer Herbst und vielen anderen. Zahlreiche renommierte russische Dirigenten wie Gennady Rozhdestvensky, Mstislaw Rostropovich, Alexander Lazarev, Vladimit Yurovsky und Valery Gergiev haben seine Werke dirigiert, die unter anderem von Ensembles wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Ensemble Modern, dem Ensemble intercontemporain, dem Schönberg Ensemble, dem ensemble recherche und dem Ensemble der Solisten des Bolshoi Theaters aufgeführt wurden. Seine Bühnenwerke erlebten ihre Uraufführungen in Russland, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Tarnopolskis Kompositionen sind von einer geradezu fulminant aufgeladenen Musikalität, die sich einer genau artikulierten, gut ausbalancierten Struktur einfügt.
Die Musik kombiniert zwei ästhetische Aspekte in paradoxer Weise: zunächst die Suche nach einer neuen Euphonie, die auf der Basis eines komplex strukturierten Klangmaterials entwickelt wird und die die Gegensätze von Konsonanz und Dissonanz, Klang und Lärm, Harmonie und Klangfarbe sowie elektronischen und akustischen Instrumenten aufhebt; sowie eine raffinierte post-moderne Theatralik, die von einer spielerischen Ironie oder surrealer Groteske getragen sein kann.

Tarnopolski spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der zeitgenössischen Musik in Russland. Er war einer der Initiatoren von ACM, der Association of Contemporary Music in Moskau (1989), die eine Gruppe von Komponisten repräsentierte, die sich gegen die offizielle sowjetische Kulturdoktrin, den sogenannten „Sozialistischen Realismus“, zur Wehr setzte. 1993 gründete er das Zentrum für Zeitgenössische Musik am Moskauer Konservatorium sowie das Ensemble „Studio für Neue Musik, Moskau“, das zahlreiche Werke russischer Avantgarde-Komponisten aufführte. 1994 gründete er das Moskau Forum, ein jährlich stattfindendes Festival für zeitgenössische Musik in Moskau, dessen Hauptaugenmerk auf die Integration russischer und osteuropäischer zeitgenössischer Musik mit der Gegenwartsmusik des Westens gerichtet ist.
Seit 1992 ist Tarnopolski Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium.
Er veranstaltet zahlreiche Kompositions-Kurse in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, in den USA und anderen Ländern.

Tarnopolski wurden zahlreiche Preise für seine Musik verliehen, darunter der Dmitri Shostakovich Preis (Russland 1991) und der Paul Hindemith Preis (Plön 1991).

Klangspuren 1 - 1996/1997

Gesprächskonzert der Münchener Biennale in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper und der Münchner Volkshochschule mit dem Komponisten Vladimir Tarnopolski

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