Die weiße Schlange


Kurzinformationen:

Musik: Julian Yu
Buch: Julian Yu
Musikalische Leitung: Roger Epple
Inszenierung: Claus Guth
Bühne: Christian Schmidt

Zur Besetzung

Veranstaltungsort:

Uraufführung:

Gasteig/Black Box

Weitere Vorstellungen:
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Die weiße Schlange

Die weiße Schlange

[...] Es gibt viele Versionen von der „Weißen Schlange“, und vier davon habe ich gelesen. Ich studierte auch die Arientexte verschiedener chinesischer Lokalopern, die auf der „Weißen Schlange“ basierten. Bei meiner Lektüre entdeckte ich einige hochinteressante Variationen der Geschichte, die sich in einer stummen Puppenoper bedauerlicherweise nicht vermitteln ließen und auf die deshalb verzichtet werden musste. Meine Geschichte enthält einige Elemente, die in keiner anderen Version der Sage der „Weißen Schlange“ vorkommen. Wer diese anderen Fassungen kennt, könnte sogar der Ansicht sein, daß meine Geschichte zu sehr von der ursprünglichen Sage abweicht, um diesen Titel überhaupt zu verdienen. Ich halte das aber nicht für wichtig. Im Verlauf ihrer langen Geschichte hat sich die Sage ohnehin weiterentwickelt. [...]

Ich glaube, daß der Einfluss, den die chinesische Musik auf mich gehabt hat, in der Musik zu dieser Oper sehr deutlich zu spüren ist. Doch beim Komponieren habe ich mich nicht bemüht, mich irgendwie auf die Grenzen der chinesischen Musik zu beschränken, sondern nur versucht, einfach ich selbst zu sein. Wird ein und dieselbe Geschichte von verschiedenen Erzählern erzählt, dann klingt sie jedes Mal anders.

Der Grund dafür liegt darin, daß die Erzähler verschiedene Stimmen haben, anders betonen und modulieren, andere Worte wählen u.s.w. Deshalb ist die Geschichte manchmal lebhaft, manchmal lustig und manchmal langweilig. Beim Komponieren sind es meiner Ansicht nach genau diese persönlichen Unterschiede, die die Geschichte interessant machen. Ich hatte mir einfach vorgenommen, die Geschichte so zu erzählen, wie es mir am leichtesten fiel.

[...]

(Text aus: Julian Yu, Die Anfänge und die Entwicklung des Librettos und Die Musik)

Komponist

Julian Yu

Bild des Komponisten: Julian Yu

Julian Yu

Julian Yu, geboren in Peking am 2. September 1957, überraschte im Alter von zwölf Jahren seine nicht musikalische Familie mit seiner ersten Komposition. Er setzte seine Kompositionsstudien am Musikkonservatorium von Peking fort, wo er später selbst unterrichtete. Von 1980 bis 1982 studierte er bei Joji Yuasa an der Musikhochschule von Tokyo. 1985 ließ er sich in Australien nieder. 1988 war er als Stipendiat in Tanglewood, USA, wo er bei Hans Werner Henze und Oliver Knussen Unterricht erhielt.

Seit 1987 erhielt Julian Yu für seine Werke mehr als zwanzig Kompositionspreise, darunter den Koussevitzky Tanglewood Preis sowie Wettbewerbspreise in Japan, Italien, Frankreich, den USA und seiner Wahlheimat Australien. 1991 gewann er den neu gestifteten Paul Lowin Preis für seine Orchesterkomposition "Hsiang-Wen" (Filigrane Wolken) und 1994 den gleichen Preis für "Three Symphonic Poems". Dieser Preis ist die höchste Auszeichnung für einen australischen Komponisten. Im Oktober 1995 wurde beim South Bank Festival in London sein Werk "Philopentatonia" von der London Sinfonietta uraufgeführt und im März 1996 vom Ensemble InterContemporain in Frankreich erstaufgeführt. Oliver Knussen, der die amerikanische Erstaufführung von "Wu-Yu" leitete, dirigierte auch die britische Erstaufführung von "Great Ornamented Fuga Canonica". In Großbritannien wurde "Wu-Yu" im Januar 1996 vom BBC Welsh Orchestra unter George Benjamin erstaufgeführt.
[…]

Informationen

Besetzung & Credits

Besetzung


Musik: Julian Yu
Buch: Julian Yu
Musikalische Leitung: Roger Epple
Inszenierung: Claus Guth
Bühne: Christian Schmidt
Figuren: Christian Schmidt, Stefan Fichert, und Teilnehmer der Marionettenschule der Münchener Biennale
Spieldauer: 45 Minuten, keine Pause
Auftragswerk der Landeshauptstadt München
Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt am Main und dem Freien Musikzentrum München e.V.
Uraufführung gemeinsam mit "Judith und Holofernes" am 27. April 1990
  • Die weiße Schlange
    © Regine Körner
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    © Regine Körner
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