Das geopferte Leben

Kammeroper für vier Sänger und zwei Instrumentalensembles


Kurzinformationen:

Musik: Hèctor Parra
Libretto: Marie NDiaye
Musikalische Leitung: Peter Tilling
Inszenierung: Vera Nemirova
Ausstattung: Stefan Heyne

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Veranstaltungsort:

Uraufführung:

Gasteig/Carl-Orff-Saal

Weitere Vorstellungen:
Gasteig/Carl-Orff-Saal
Gasteig/Foyer Carl-Orff-Saal

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Das geopferte Leben

Das geopferte Leben

Kammeroper für vier Sänger und zwei Instrumentalensembles

Orpheus, umgekehrt. Der Mann kommt von den Toten zurück zu seiner Frau und zu seiner Mutter, die getrauert und ihr Leben ohne ihn eingerichtet haben. Sein Tod ist mit ihm. Wenn die Liebe einer der Frauen stark und überwältigend genug sei, werde er sich zurückziehen und den Mann im Leben lassen. Ausführlich erklärt die Frau ihre Liebe, den mühevollen Kampf um Gemeinsamkeit, ihr Verlangen, die Verschiedenheit der Partner zu einer Lebensgemeinschaft zu verschmelzen. Die Mutter ist nicht zu vielen Worten fähig: „Ich weiß nicht was das ist / eine Liebe die gesagt werden muss.“ Für sie sei der Sohn bei jedem Übergang von einer Lebensphase zur anderen – vom Baby zum Kind, vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen – gestorben. Am Ende bietet sie ihren Tod an, damit ihr Sohn lebe.

Orpheus ist ein altes Opernthema, besonders in der Barockära regte es zahlreiche Libretti und Kompositionen an. Der Gedanke des Opfers, das Menschen füreinander bringen, durchzieht die Dramen und Romane der französischen Schriftstellerin Marie N’Diaye, die seit Sarkozys Machtantritt in Berlin lebt. Für den katalanischen Komponisten Hèctor Parra, der in Paris lebt und bereits früher Musik zu einer Dichtung N’Diayes komponierte, bot das Libretto die Möglichkeit, zwei Leidenschaften zusammenzuführen: die Begeisterung für die Barockoper und die Entdeckerfreude des IRCAM-Komponisten. Die Musik, die bald äußerst hart, bald ganz zart sein kann, wird von einem Ensemble mit modernen Instrumenten und einem Barockensemble gespielt, beide in ihren Stimmungen, die einen Halbton voneinander abweichen. Der Dialog konträrer Sphären – irdisch und unirdisch, Leben und Tod, Liebe und Kälte – findet musikalische Entsprechungen auf verschiedenen Ebenen: barock – modern, präsent – imaginär, vokal – instrumental. Sie ist aus dem Gesang konzipiert, Momente, Schatten des barocken Musiktheaters scheinen durch die moderne Klangtextur. „Das Agieren in einer mehrdimensionalen ‚Raum-Zeit’ … lässt die sinnliche Fülle der verstreichenden Gegenwart erfahrbar werden.“ (Markus Böggemann)

Komponistengespräch mit Hèctor Parra am Dienstag, 20. Mai 2014, 18.45 Uhr, im Gasteig / Raum 0.131
Moderation: Peter Ruzicka

 

 

Komponist

Hèctor Parra

Bild des Komponisten: Hèctor Parra

Hèctor Parra

Hèctor Parra wurde 1976 in Barcelona geboren. Das Kompositions-, Klavier- und Theoriestudium am Konservatorium seiner Heimatstadt schloss er mit Auszeichnung ab. Er setzte seine Ausbildung bei David Padrós, Brian Ferneyhough, Jonathan Harvey und Michael Jarrell fort. Es folgten Kompositionsstudien an der Universität und am IRCAM in Paris sowie am CNDSM in Lyon. Neben anderen renommierten Auszeichnungen erhielt er 2011 den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Seine Werke werden auf internationalen Festivals und an bedeutenden Konzerthäusern aufgeführt. Zwei Porträt-CDs und eine Gesamtaufnahme seiner Kammeroper Hypermusic Prolog nach einem Libretto der Physikerin Lisa Randall dokumentieren das bisherige Spektrum seiner Arbeit.

Informationen

Besetzung & Credits

Besetzung


Musik: Hèctor Parra
Libretto: Marie NDiaye
Deutsche Übersetzung: Claudia Kalscheuer
Musikalische Leitung: Peter Tilling
Inszenierung: Vera Nemirova
Ausstattung: Stefan Heyne
Licht: Peter Mentzel
Dramaturgie: Heiko Voss
Mitwirkende
Der Mann Alejandro Lárraga Schleske, Bariton
Sein Tod Lini Gong, Koloratursopran
Die Frau Sally Wilson, lyrischer Sopran
Die Mutter Sigrun Schnell, Sopran

Ensemble Recherche
Martin Fahlenbock, Flöte
Shizuyo Oka, Klarinette
Jaime González, Oboe
Christian Dierstein, Schlagwerk
Melise Mellinger, Violine
Barbara Maurer, Viola
Åsa Åkerberg, Violoncello
Freiburger Barockorchester
Beatrix Hülsemann, Violine
Kathrin Tröger, Violine
Werner Saller, Viola
Heidi Gröger, Viola da Gamba
Dane Roberts, Violone
Andreas Arend, Theorbe
Masako Art, Harfe
Kinderstatisterie: Vincent Baur
Musikalische Assistenz: Johannes Knapp
Korrepetition: Alison Luz
Regieassistenz und Abendspielleitung: Johann Michael Diel
Ausstattungsassistenz: María José Gómez
Inspizienz: Brigitte Schäfer
Spieldauer: 90 Minuten
Sprache: In deutscher Sprache mit Übertiteln
Aufführungsrechte: Editions Durand, Paris
Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München und des Theaters Freiburg zur Münchener Biennale
Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Theater Freiburg

Theater Freiburg

  • Das geopferte Leben
    © Adrienne Meister
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