Die Befristeten

Musiktheater nach Elias Canetti


Kurzinformationen:

Musik: Detlev Glanert
Musikalische Leitung: Heinz Friedl
Konzept, Regie, Kostüme: Nicola Hümpel
Bühne: Oliver Proske
Licht: Markus Schadel

Zur Besetzung

Veranstaltungsort:

Uraufführung:

Cuvilliés-Theater

Weitere Vorstellungen:
Cuvilliés-Theater
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Die Befristeten

Die Befristeten

Musiktheater nach Elias Canetti

Nichts ist außer Kontrolle. Alles geregelt. Das Chaos der Namen ist beseitigt. Jeder wird nach seiner Lebenserwartung genannt, mit einer Zahl zwischen null und 122. Jeder Mensch weiß, wie alt er wird, auch alle anderen wissen es, aber nur sie oder er selbst kennt den Tag der Geburt (Eltern müssen vergessen), niemand sonst, und damit auch den Todestag. Das Lebensgeheimnis sei in einer kleinen Kapsel verschlossen, die jeder mit sich trägt. Öffnen kann sie nur der Kapselan mit einem Schlüsselchen. Er tut dies, wenn der finale »Augenblick« gekommen ist. Anders als im Film In Time kann man keine Zeit dazukaufen oder -rauben. So lebt man ohne Angst in der Gesellschaft der Befristeten, bis ein Zweifler feststellt, dass sich gar nichts in den Käpselchen befindet. Aufruhr gibt es. Was aber nützt es den Leuten, wenn plötzlich alles außer Kontrolle, anders gesagt: in Freiheit gerät?

Die experimentelle  Musiktheatergruppe Nico and the Navigators und Detlev Glanert bringen Elias Canettis Schauspiel von 1955 gemeinsam mit dem Ensemble piano possibile in Zusammenarbeit mit dem Residenztheater München auf die Bühne – als Interaktion zwischen Sprache und Musik, die nur die häufigste Verbindung, den Gesang mit Worten ausspart. Alles andere gibt es, von reinen Sprachpassagen über Melodramen bis zu autonomen Gebieten der Musik. So entsteht Theater, in dem die Musik auf die Sprache reagiert, selbst auf ihre Interpunktionen und emotionalen Schattierungen. Die Aufführungs- entspricht der Erarbeitungsform. Zu jeder der 21 Szenen schreibt Detlev Glanert zunächst eine Minute Musik. In einer ersten Probenphase werden Text und Musik zur Reaktion gebracht, die Musik danach verfeinert, weiterkomponiert. Als Teil des Bühnengeschehens enthält sie Phasen der Stille, genau ausnotierte, aber auch rein improvisatorische Passagen. Musiktheater mit einer starken Innendynamik.

Einführungsgespräch mit Detlev Glanert und Nicola Hümpel am Montag, 19. Mai 2014, um 18.45 Uhr im Cuvilliés-Theater.
Moderation: Peter Ruzicka

Kartenverkauf ausschließlich über die Bayerischen Staatstheater und angeschlossene Vorverkaufsstellen ab jeweils einem Monat vor der jeweiligen Vorstellung.

Komponist

Detlev Glanert

Bild des Komponisten: Detlev Glanert

Detlev Glanert

Detlev Glanert wurde 1960 in Hamburg geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt, in Berlin und Köln bei Diether de la Motte, Günter Friedrichs, Frank Michael Beyer und Hans Werner Henze. Mit seiner Oper Leyla und Medjnun wurde 1988 die erste Münchener Biennale eröffnet; bis heute folgten weitere neun Werke für das Musiktheater. Glanert, der zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen erhielt, arbeitete 1989-1993 u. a. als Leiter der Musikschule beim Cantiere Internazionale D’Arte in Montepulciano, dessen künstlerische Leitung er 2009-11 übernahm. Er war Composer in Residence in Mannheim (2003), Sapporo (2005) und beim WDR Sinfonieorchester Köln (2008/09). Seit 2011 ist er für zehn Jahre Hauskomponist des Concertgebouw Orkest Amsterdam. Seit 2002 gehört er der Freien Akademie der Künste, Hamburg an.

Foto (c) Ronald Knapp

Informationen

Besetzung & Credits

Besetzung


Musik: Detlev Glanert
Musikalische Leitung: Heinz Friedl
Konzept, Regie, Kostüme: Nicola Hümpel
Bühne: Oliver Proske
Licht: Markus Schadel
Dramaturgie: Veronika Maurer
Mitwirkende: Philipp Caspari / Yui Kawaguchi / Valerie Pachner / Tom Radisch / Wolfram Rupperti / Götz Schulte / Marie Seiser / Michaela Steiger / Paul Wolff-Plottegg

Ensemble Piano Possibile
Jinny Lee, Klarinette / Bassklarinette
David Jäger, Saxophone
Tobias Weber, Gitarre
Evi Keglmaier, Viola
Philipp von Morgen, Violoncello
Chris Lachotta, Kontrabass
Thomas Hastreiter, Schlagzeug
Julia Schölzel, Piano / Keyboard
Korrepetition: So-Jin Kim, Julio Miron
Regieassistenz: David Eckelmann, Christoph Hetzenecker
Bühnenbildassistenz: Bärbel Kober
Kostümassistenz: Katja Kirn, Katharina Meyer
Ton: Alexander Zahel
Inspizienz: Johanna Scriba
Soufflage: Angelika Ehrlich
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Aufführungsrechte: Boosey & Hawkes Bote & Bock GmbH, Berlin
Kompositionsauftrag der Münchener Biennale und des Residenztheaters München.
Eine Produktion des Residenztheaters in Koproduktion mit der Münchener Biennale in Kooperation mit Nico and the Navigators.

Residenztheater

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    © Adrienne Meister
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    © Oliver Proske
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